philosophische Spielereien

(Wilhelm Reich, Die Entdeckung des Orgons, 1942)

Alle Diskussionen
über die Frage,
ob der Mensch gut oder böse,
ein soziales oder ein unsziales Wesen sei,
sind philosophische Spielereien.

Ob der Mensch ein soziales Wesen oder
ein merkwürdig vernunftlos reagierender Protoplasmahaufen ist,
hängt davon ab, ob
seine bologischen Grundbedürfnisse in Einklang oder im
Widerspruch stehen mit den Einrichtungen,
die er sich geschaffen hat.

Es ist daher auch unmöglich,
den arbeitenden Menschen aus der Masse
von der Verantwortung zu befreien, die
er für die Ordnung oder Unordnung, also
für die soziale und individuelle Ökonomie der biologischen Energie
trägt.

Es ist eines seiner wesentlichsten Kennzeichen geworden,
diese Verantwortung
mit Begeisterung von sich auf
irgendwelche Führer und Politiker abzuwälzen,
da er sich selbst
wie seine Intitutionen
nicht mehr begreift und nur mehr
fürchtet.

Er ist im Grunde
hilflos,
freiheitsunfähig und
autoritätssüchtig,
denn er kann nicht spontan reagieren;
er ist gepanzert und
erwartet Befehle,
denn er ist widerspruchsvoll und
kann sich auf sich selbst nicht
verlassen.