der Tag


erwacht auf den Wiesen
zwischen den Obstbäumen
der Roggen schon eingebracht
die Vögel singen zu ihrem
morgendlichen Tanz

wenn man weiß
was man finden
wo man suchen
soll
dann ist es leicht
jedoch was
wenn nicht

Mohn, Kornblume, Distel
Erblühen am Schafsweg
in 50 km Weite läßt der Blick
den Inselberg erscheinen
über den Weizenfeldern
so wie die Sonne es erlaubt
endlose Kirschen-Baum-Felder
jedes Rot das es als Farbe gibt
jede Süße die eine Frucht tragen kann
ungerntete Vergangenheit
Erzählung voller dasein bei jedem Schritt
Sonnenbrand, Bremsen, Blasen.

Eichen, Buchen, Linden
Nichts was Kindheit aufwiegen kann
wenn grade Worte dann herauswollen
von in die Fresse Hauen
beim fehlen eines Brötchens
mit dem Knüpfholz
die Wange aufschlagen
so das das Auge keinen Halt mehr hat
vom in die Ecke fliegen
bei jedem Schlag
und schiefen Zähnen
von Vermissen der Menschlichkeit.

ich wandere dann in meinem
Kopf mit den Schafen
bin ein Lamm
noch so nackt
noch so bedürftig
denn meine Seele schweigt.