Von Neuem

Wie ein Stück weißes Papier,
noch leer und unbenutzt,
beginnt der Tag von Neuem.
Such’ mir die Farben selbst aus,
mit denen ich mach’ mein Leben bunt.
Für die Seele ist das allemal gesund.

Mag herumtollen, lachen, lieben und diskutieren,
ob es nun richtig ist oder auch nicht.
Hauptsache ich bin.
Und ersäufe nicht das Gestern mit
hoffnungsvollen Sprüchen über das Morgen.

Und geh’n mir mal die Farben aus,
lauf ich umher wie ein verwundetes Seelentier.
Blättere in den schon beschriebenen Seiten.
Wenn ich es könnt’,
würd’ ich auch hier und da so manches streichen.
Meist baue ich mir dann ein Haus aus Selbstmitleid.
In das ziehe ich mich zurück,
mach’ alle Fenster und Türen zu.
Oft hilft da schon ein Becher Tee,
der mich taucht in
ein Meer der wärmenden Gemütlichkeit.